induzierte Lkatation RelaktionInformationen über die Milchabgabe der weiblichen Milchdrüsen.

 

 

Milchaustritt aus weiblicher Brust (Mamma)

Induzierte Laktation / Relaktion

Mit dem Fachbegriff Induzierte Laktation wird das gezielte Hervorrufen der Milchbildung (Laktation) ohne eine vorangegangene Schwangerschaft bezeichnet. Grundsätzlich kann die Laktation bei jeder Frau unabhängig von einer Schwangerschaft erzielt werden.

Der Begriff Induzierte Laktation wird bei Frauen, die zuvor noch nie schwanger waren, benutzt. Bei Frauen welche den Milchfluss nach einer Stillpause wieder hervorrufen wollen spricht man von einer Relaktion.

Die Frau, welche eine Laktation hervorrufen (induzieren) möchte, kann sich auch jenseits der Wechseljahre befinden, unfruchtbar oder sterilisiert sein oder eine Hysterektomie (operative Entfernung der Gebärmutter) gehabt haben.

Hauptgründe für die Induzierte Laktation sind:
• Stillen ohne Schwangerschaft (Ammen, Adoptivmütter)
• Kosmetische Gründe (natürliche Möglichkeit zur Brustvergrösserung)
• Psychologische Gründe (Frau sein)
• Gesundheitliche Gründe (spez. Vorbeugung gegen Brustkrebs)
• Erotische Gründe


Abb: Natürliche Brustvergrößerung durch induzierte Laktation

Anregung des Milchflusses
Die Hervorrufung der Induzierten Laktation ist etwas zeitaufwändig. Sie erfolgt auf natürliche Weise und erfordert keinen Einsatz von Hormon-Präparaten.

Bereits eine regelmäßig und häufig wiederholte mechanische Stimulation der Brustwarzen reicht aus, um die Laktation auszulösen. Bei Frauen mit Partner haben sich als effektivste Methode Saugbewegungen an den Brustwarzen erwiesen.

Ebenfalls wirksam sind Massagen der Brüste und der Brustwarzen mit der Hand (Melkbewegungen, immer in Richtung der Brustwarze) sowie der Einsatz einer Milchpumpe. Es gibt sowohl manuelle wie auch elektrische Milchpumpen. Auch Wärme ist fördernd, Stress-Situationen wirken hingegen hemmend.

Die Brustwarzen-Stimulation sollte vier- bis sechsmal am Tag für mindestens 10 bis 20 Minuten erfolgen. Bei regelmässiger Stimulation setzt der Milchfluss nach 6 Tagen bis 6 Wochen ein. Generell dauert es bei Brüsten, welche noch niemals laktiert haben länger als bei einer Relaktation, da die Zellen noch nicht richtig entwickelt sind.
Anfangs tritt tröpfchenweise Flüssigkeit aus, welche zunächst nicht weiß sein muß sondern auch dunkel gefärbt sein kann. Anschließend kommt meist zunächst Vormilch, das sog. Kolostrum, bis nach etwa fünf Tagen die „normale“ Milch erzeugt wird. Aufgrund seines hohen Eiweißgehaltes ist das Kolostrum etwas schleimig, dickflüssig und von gelblicher Farbe, manchmal auch mit Blut versetzt. Nach Einsetzen des Milchflusses kann die Häufigkeit der Brustwarzen-Stimulation reduziert werden. Die erforderliche Häufigkeit ist individuell unterschiedlich, in vielen Fällen reicht einmal täglich aus um den Milchfluss aufrecht zu erhalten.

Die produzierte Milchmenge kann sehr unterschiedlich sein, von wenigen Tropfen bis zu mehreren hundert Milliliter. Am Anfang ist die Produktion grundsätzlich sehr gering. Generell richtet sich die Milchproduktion nach der Nachfrage. Je mehr und öfter Milch gesaugt oder gepumpt wird, desto mehr wird auch produziert. In der Regel wird bei der induzierten Laktation wesentlich weniger Milch produziert als bei einer voll stillenden Mutter.

Eine Induzierte Laktation kann jerderzeit von einer Frau selbstständig vorgenommen werden. Eine ärztliche Begleitung ist nicht erforderlich. Die Induzierte Laktation wird in Deutschland nur sehr selten verordnet, Kosten für Medikamente von Krankenkassen nicht übernommen.

Der Milchfluss bleibt erhalten, solange die Brust regelmäßig stimuliert wird.

Hier finden Sie Informationen zu Brustmassagen, welche förderlich für den Milchfluss sind.

Medikamentöse Unterstützung
Abgekürzt werden kann der zeitaufwändige Prozeß durch zusätzlichen Einsatz von Medikamenten (sog. Galaktogoga)
Galaktogoga sollten möglichst nur dann eingesetzt werden, wenn die Milchbildung durch nichtmedikamentöse Maßnahmen alleine nicht ausgelöst werden kann und auch dann grundsätzlich nur ergänzend zur Stimulierung der Brust. Denn ohne häufiges und gründliches Stimulieren der Brust zeigen Galaktogoga keinen Effekt.
Üblicherweise wird dabei der Dopamin-Antagonist Domperidon verwendet. Die Einnahme von Domperidon ist vor Allem bei Frauen, die noch nie laktiert haben hilfreich. Domperidon überwindet die Blut-Hirn-Schranke nicht und ist bei niedriger Dosierung sehr nebenwirkungsarm. (Herz-Patienten sollen Domperidon nicht ohne ärztliche Beratung einnehmen, da es zu Wechselwirkungen mit anderen Herz-Medikamenten kommen kann)
Zur Induktion der Milchbildung sind nur sehr geringe Dosierungen erforderlich. Üblicherweise kommen 3x täglich 10 mg über 3–8 Wochen zum Gebrauch. Die meisten Frauen reagieren bei dieser Dosierung (bei zusätzlicher Brustwarzenstimulation 2 - 3x / Tag) innerhalb von 5 - 7 Tagen, manche innerhalb von 24 Stunden und andere innerhalb von 2–3 Wochen. Nach Einsetzen des Milchflusses kann die Dosierung schrittweise gesenkt werden, nach mehreren Wochen meist auf Null.
Domperidon kann auch eingesetzt werden um einen versiegenden Milchfluss (z.B. wegen zu seltener Brustwarzen-Stimulation) wieder in Gang zu setzen.
Domperidon (Handelsname: Motilium®) ist in den meisten europäischen Ländern rezeptpflichtig, wird nur sehr selten zur Induzierten Laktation verschrieben.
Es gibt auch weitere Galaktogoga, z.B. Metoclopramid (MCP), das infrage kommt, wenn Domperidon kontraindiziert ist
In den USA wird das Mittel "Reglan" häufig als Ersatz für Domperidon genommen. Dieses Medikament hat aber häufiger Nebenwirkungen als Domperidon.

Mit dem Hormon Oxytocin kann ein Auslösen des Milchspendereflexes erreicht werden. Oxytocin ist ebenso wie Domperidon in den meisten europäischen Ländern rezeptpflichtig.

Bei pflanzlichen Wirksoffen gelten Extrakte von Moringa oleifera (Meerettichbaum) als milchfördernd. Dies ist allerdings nicht durch wissenschaftliche Studien gesichert.
Obwohl viele Erfahrungsberichte Bockshornklee als „milchfördernd“ empfehlen, konnte ein laktogener Effekt bislang klinisch nicht nachgewiesen werden.
Beim Einsatz pflanzlicher Präparate zur Steigerung der Milchmenge sollten sie diese aufgrund der Gefahr von Fälschungen und giftigen Verunreinigungen nicht im Internet von unbekannten Anbietern bestellt , sondern nur von bekannten, seriösen Herstellern gekauft werden.

Bier gilt auch als laktationsfördernd. Tatsächlich aber hat Alkohol die gegenteilige Wirkung. Daher sollte eher Malzbier oder alkoholfreies Bier getrunken werden.

 

Induzierte Laktation zur Vorbeugung gegen Brustkrebs (Mammakarzinom)
Manche Frauen entscheiden sich auch ohne Schwangerschaft zur Laktation um das Risiko für Brustkrebs zu senken (speziell bei erhöhtem familiären Risiko). Tatsächlich scheint die Induzierte Laktation eine wirksame Methode zu sein, besonders wenn die Laktation über einen längeren Zeitraum beibehalten wird.

Verschiedene internationale Studien haben übereinstimmend festgestellt, dass sich durch Laktation das Brustkrebsrisiko signifikant senken lässt.
Während einige Studien nahelegen, dass besonders ein längerer Laktations-Zeitraum von Bedeutung ist, halten andere Wissenschaftler schon die Tatsache der Laktogenese (Umwandlung der weiblichen Brustdrüsenzellen) für entscheidend. Generell werden mehr als 6 Monate Laktation empfohlen um einen prophylaktischen Effekt zu erzielen. Die Laktations-Häufigkeit, Intensität oder produzierte Milchmenge scheinen keine entscheidende Rolle zu spielen.

Eine von Dr. Jenny Chang-Claude vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Zusammenarbeit mit den Universitäten Heidelberg, Freiburg und Kiel erstellte Studie wies die risikosenkende Wirkung der Laktation nach. In dieser Studie wurden 706 Brustkrebspatientinnen und 1.381 gesunden Kontrollpersonen untersucht. Bei einer Gesamtlaktationszeit von 7 bis 12 Monaten verringerte sich das Brustkrebs-Risiko bei den untersuchten Frauen um 14%. Bei einer Stillzeit von 13 bis 24 Monaten sank das Risiko sogar um 42%. Die Risiko-Minderung kam bei Frauen, welche älter als 25 Jahre sind, deutlicher zum Tragen als bei jüngeren Jahrgängen.
Eine US-amerikanische Studie* um Alison M. Stuebe, die 2009 im Fachjournal „Archives of Internal Medicine" veröffentlicht wurde. untersuchte Zusammenhänge zwischen Laktation und dem Auftreten von Brustkrebs. Für ihre Studie werteten die Wissenschaftler die Daten von 60.075 Frauen aus. Es zeigte sich, dass Frauen die zuvor gestillt hatten gegenüber Frauen, die nicht die Brust gegeben hatten, ein um 25 Prozent verringertes Erkrankungsrisiko hatten. Frauen mit Risiko für familiären Brustkrebs können sogar noch stärker von der Milchgabe mit der Brust profitieren. Bei Ihnen verringertert sich das Risiko für eine Erkankung um bis zu 59 Prozent.

Auch eine Meta-Studie** der Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer vom Cancer Research UK in Oxford (Lancet, 2002; 360: 187-95) bestätigte, dass Laktation das Risiko senkt, an Brustkrebs zu erkranken.

Eine mögliche Erklärung für die günstige Wirkung der Laktation ist, dass die Oberflächenzellen der Milchdrüsen relativ unbestimmt vorliegen. Bleibt die Weiterentwicklung der Brustdrüsen-Zellen zur Milchproduktion aus (Laktogenese, Umwandlung der weiblichen Brustdrüsenzellen in milchproduzierende Alveolarzellen), steigt das Risiko, dass diese Zellen in späterer Zeit außer Kontrolle geraten und bösartig entarten.

Weitere postive gesundheitliche Aspekte:
Frauen die nie laktiert haben, haben ein erhöhtes Risiko, im Alter an Osteoporose zu erkranken. Während der Laktation erhöht sich die Effektivität der Kalciumaufnahme im weiblichen Organismus. Oxytocin stimuliert in diesem Zusammenhang die Proliferation von Osteoblasten, die für den Knochenaufbau zuständig sind.
Das Risiko an Diabetes-Typ-2 zu erkranken, kann mit längerer Laktation um bis zu 40 Prozent gesenkt werden (Forschergruppe Diabetes der TU München). Schon länger bekannt sind positive Effekte auf den Stoffwechsel der Frau.
Einige Studien zeigten auch eine Risikosenkung gegen Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) und Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom).

 

Induzierte Laktation als natürliche Möglichkeit der Brustvergrößerung
Ein Nebeneffekt der Induzierten Laktation ist eine Vergrößerung der Brust. Die Milchdrüsen wachsen, das System aus Milchbläschen und Milchkanälen weitet sich aus und Milch schiesst ein (letzere macht allerdings meist nur recht wenig Volumen aus).
Der optische Effekt durch die Vergrößerung fällt bei kleineren Brüsten größer aus als bei großen Brüsten.
Die Brustzunahme fällt weniger stark aus als bei einer Laktation nach Schwangerschaft, da in letzerem Fall bereits während der Schwangerschaft ein Brustwachstum einsetzt (u.a. durch Fett-Einlagerung, oft mit allgemeiner Gewichtszunahme verbunden) und der Milcheinschuß anschliessend noch hinzukommt. Daher wird bei der Induzierten Laktation das Gewebe wesentlich weniger stark gedehnt, es kommt daher bei Absetzen der Laktation nur sehr selten zu hängenden Brüsten. Dazu trägt auch bei, dass die produzierte Milchmenge in der Regel wesentlich geringer ist als bei einer voll stillenden Mutter, z.B. 100 ml im Vergleich zu 700 ml. (Eine Studie der US-Universität von Kentucky 1998 - 2006 kam sogar zu dem Schluß, dass hängende Brüste generell nicht auf Laktation sondern auf Alterungsprozesse, BMI und Zigarrettenkonsum zurückzuführen sind)

Vollere Brüste im Alter: Die Zusammensetzung des Brustgewebes ändert sich je nach Lebensabschnitt. Ab den Wechseljahren bilden sich sowohl die Drüsenläppchen, als auch das Binde- und Fettgewebe zurück, was zusammen mit nachlassender Elastizität des Haut- und Bindegewebes zu flacheren und hängenden Brüsten führt (Mastoptose). Durch Laktation kann dem entgegengewirkt werden, da laktierende Brüste i.d.R. weniger zurückgebildet werden und die Laktation zusätzlich zu einer vermehrten Durchblutung der Brüste führt.
(Gegen den altersbedingten Elastizitätsverlust von Haut und Bindegewebe hilft Induzierte Laktation allerdings nicht. Hier können Sportübungen zu Kräftigung der Brustmuskulatur wie z.B. Liegestützen und Brustpressen helfen, um hängenden Brüsten entgegen zu wirken)

Aus medizinischer Sicht ist die natürliche Methode der Induzierten Laktation gegenüber der operativen Brustvergrößerung (Mammaaugmentation) sehr positiv zu bewerten, da der operative Eingriff nicht ohne gesundheitliche Risiken ist und das Ergebnis nicht immer überzeugend ausfällt. Auch geht ein nicht unerhebliches Post-OP Risiko von den zumeist verwendeten Silikon-Implantaten aus, welche verrutschen oder im schlimmsten Fall undicht werden können.

 

Induzierte Laktation aus erotischen Gründen - Erotische Laktation
Wenn die Laktation vorwiegend aus sexuellen Gründen induziert oder aufrechterhalten wird spricht man auch von Erotischer Laktation.

Hier erfahren Sie mehr über das Thema Erotische Laktation

 

Risiken und Beachtenswertes
Gesundheitlich hat die Induzierte Laktation überwiegend positive Effekte. dennoch sollen hier auch Risiken erwähnt werden.
Durch häufiges Saugen oder Pumpen kann es zu wunden Brustwarzen kommen. Das ist völlig normal. Schließlich ist dies eine ungewohnte Belastung für diese sehr sensiblen Körperteile. Die Beschwerden gehen meist schnell vorbei. Die Beanspruchung der Brustwarze wird geringer, wenn beim Saugen nicht nur die Brustwarze sondern zusätzlich der Hof mit in den Mund genommen wird. Auch Lanolin-Salbe (aus der Apotheke) hilft.
Wichtig ist regelmäßiges Abpumpen bzw. Saugen der Milch, sonst kann es zu einem Milchstau kommen. Ein zu viel an Milch lässt die Brust schmerzhaft anschwellen. Es können sich dann Knoten oder Verhärtungenbilden, welche sich entzünden und schlimmstenfalls zur sogenannten Mastitis führen können. Dieses Risiko ist aber bei der Induzierten Laktation viel geringer als bei der Laktation nach Schwangerschaft, da die Milchmenge in der Regel wesentlich geringer ist und die Milchabgabe daher wesentlich seltener erfolgen muss.
Die Regulierung der Milchproduktion erfolgt ausschließlich über die Nachfrage, welche der Körper über die Reizung der Brustwarzen wahrnimmt, d.h. bei der Induzierten Laktation kann relativ genau bestimmt werden, wieviel Milch produziert werden soll.
Auch wenn Laktation das Brustkrebsrisiko senkt, heisst das nicht man dürfe sich sicher wägen. Vorsorgeuntersuchungen sind weiterhin zwingend erforderlich. Da sich milchproduzierendes Brustgewebe anders anfühlt, muß der untersuchende Arzt / Ärztin darüber aufgeklärt werden, dass man eine Laktation (meist zur Brustkrebs-Prophylaxe) induziert hat. Sonst könnte er die Veränderungen der Brust falsch interpretieren. (Trotz der zweifelsfrei nachgewiesenen Wirksamkeit gegen Brustkrebs gehen die Meinungen von Ärzten über die induzierte Laktation noch auseinander).
Domperidon (Handelsname: Motilium®) ist ein Medikament (gegen Übelkeit) und jedes Medikament hat Nebenwirkungen. In der zur Induzierten Laktation eingesetzen niedrigen Dosierung ist Domperidon erstaunlich nebenwirkungsarm. Da Domperidon im Gegensatz zu Metoclopramid die Blut-Hirn-Schranke kaum überwinden kann, hat es nahezu keinen Einfluss auf das zentrale Nervensystem. Dadurch fehlen dem Präparat parkinsonoide Nebenwirkungen wie Störungen der extrapyramidalen Motorik. Es wirkt lediglich peripher und auf die zirkumventrikulären Organe. Bei hohen Dosierungen kann es aber, besonders bei Herz-Patienten, zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen. Eine Nebenwirkung besteht in einer verlängerten QT-Zeit am Herzen. Es besteht das Risiko einer ventrikulären Arrhythmie, daher sollten Patienten mit einer vorbestehenden Herzerkrankungen Domperidon nicht ohne ärztliche Konsultation einnehmen. Domperidon sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis (möglichst nicht über 30 mg täglich) und nicht gleichzeitig mit Medikamenten verordnet werden, die ebenfalls zu einer QT-Verlängerung führen. Eine durch Domperidon ausgelöste Erhöhung des Prolaktinspiegels, kann zu nachlassender Libido, Menstruationsstörungen und bei Männern zu Impotenz führen. Domperidon wird von unterschiedlichen Herstellern und unter verschiedenen Handelsnamen vertrieben: Domidon (D), Motilium (D, A, CH), Oroperidys (A) sowie diverse Generika (D, A) wie z.B. Domperidon Stada, Domperidon Ratiopharm, Domperidon Hexal, Domperidon-TEVA u.a.
Bei der Ernährung gibt es während der Induzierten Laktation keine besonderen Erfordernisse, spezielle Still-Tees oder -nahrung welche stillenden Müttern empfohlen werden sind nicht erforderlich. Da die produzierte Milchmenge in der Regel sehr gering ist, braucht man keine Mangelerscheinungen zu befürchten. Empfohlen wird aber die Einnahme von etwas zusätzlichem Kalzium. Viel zu trinken ist unabhängig von der Laktation immer wichtig - zu wenig zu trinken ist dem Milchfluss abträglich. Ein angenehmer Nebeneffekt ist der tägliche zusätzliche Kalorienverbrauch. Es ist nicht viel (ca. 70 Kcal / 100 ml), kann aber bei gleichbleibender Kalorienzufuhr langfristig zu einer schlankeren Figur führen.
Kulturhistorischer Hintergrund: dass die Induzierte Laktation hierzulande fast unbekannt ist, hängt mit dem Verschwinden der Ammen zusammen, welches zum Verlust von Wissen führte. Obwohl das Thema Erwachsenen-Sillen im Mittelalter sogar ein christliches Motiv war, ist es heute in katholisch geprägten Nationen gesellschaftlich tabuisiert (ähnlich wie Langzeitstillen älterer Kleinkinder) und findet daher nur im Verborgenen statt. In anderen Kulturkreisen, speziell in Asien, ist Laktation wesentlich bekannter. So sieht der chinesische Daoismus in der Aufnahme von Milch aus Frauenbrüsten eine Möglichkeit des Mannes Stärkung und ein hohes Alter zu erlangen. Um sein Yang zu stärken, sollte der Mann während des aus den Brüsten der Frau Yin-Essenzen trinken. In China, Vietnam, Korea und Japan ist der Glaube an die besondere Wirkung der Frauenmilch auf Erwachsene, besonders wenn sie direkt aus der Brust getrunken wird, bis heute weit verbreitet. Speziell in Japan, wo man generell ausgefalleneren Sexualpraktiken offener gegenübersteht, sind erotische "Milchspiele" nicht ungewöhnlich.

*Lactation and Incidence of Premenopausal Breast Cancer - A Longitudinal Study
Alison M. Stuebe, MD, MSc; Walter C. Willett, MD, DrPH; Fei Xue, MD, ScD; Karin B. Michels, ScD, PhD
Arch Intern Med. 2009;169(15):1364-1371. doi:10.1001/archinternmed.2009.231.

Abbildungen:
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**Breast cancer and breastfeeding: collaborative reanalysis of individual data from 47 epidemiological studies in 30 countries, including 50 302 women with breast cancer and 96 973 women without the disease
Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer
Prof Valerie Beral, Cancer Research UK, Epidemiology Unit, Gibson Building, Radcliffe Infirmary, Oxford OX2 6HE, UK

***Roland Schöbl: Erotische Laktation
Die Befragung wurde im Rahmen einer psychologischen Diplomarbeit an der Freien Universität Berlin durchgeführt und ist Bestandteil einer Untersuchung von erwachsenen Paaren, bei denen die Frau ihren Partner regelmäßig und über lange Zeit ihre Milch trinken läßt, ohne dass ein infantiler Hintergrund vorhanden ist.


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Art-Nr: 2013-01-01654-IND-LAKT-INST-DR-WE