Laktation MuttermilchInformationen über die Milchabgabe der weiblichen Milchdrüsen.

 

 

Milchaustritt aus weiblicher Brust (Mamma), Urheber: Maman

Laktation

Mit dem Fachbegriff Laktation wird die Milchabgabe durch die weiblichen Milchdrüsen bezeichnet.
(In sehr seltenen Ausnahmefällen kann es allerdings auch zur Laktation der männlichen Brust kommen)

In der Regel tritt die Laktation als Folge einer Schwangerschaft auf, in deren Verlauf Hormone (Östrogen, Progesteron, Prolaktin) zur Umwandlung der weiblichen Brustdrüsenzellen in milchproduzierende Alveolarzellen (Laktogenese) führen.

Im dritten Trimenon (ab siebter Schwangerschaftsmonat) tritt gelegentlich schon tropfenweise Vormilch (Kolostrum) aus. Zwei bis acht Tage nach der Geburt beginnt die Milchausschüttung (Laktation). Unter Einfluss von Oxytocin kontrahieren sich auch die Myoepithelzellen um die milchbildenden Drüsenbläschen (Alveolen), sodass die Milch bei Saugreiz aktiv ausgetrieben wird.

Grundlage der Laktation ist die östrogeninduzierte Proliferation des Drüsengewebes der weiblichen Brust. Mit Abfall des Östrogenspiegels vollzieht sich ab dem 8. Schwangerschaftsmonat der prolaktininduzierte Milcheinschuss mit Sekretion der Vormilch (Colostrum). Während der Stillperiode wird die Milchbildung durch die Laktationsreflexe aufrechterhalten.

Die tägliche Produktionsmenge variiert beim Menschen und kann bis zu 1000 ml pro Tag betragen. Die Regulierung der Milchproduktion erfolgt ausschließlich über die Nachfrage, welche der Körper über die Reizung der Brustwarzen wahrnimmt. Nach dem Abstillen sinkt die Milchproduktion innerhalb von mehreren Wochen bis Monaten auf Null.

Laktation kann auch ohne Schwangerschaft auftreten bzw. hervorgerufen werden:

Spontane Laktation (Galaktorrhoe) tritt in der Regel auf bei einer Hyperprolaktinämie, d.h. es gibt einen (stark) erhöhten Prolaktinspiegel im Blut. Dies ist meist zurückzuführen auf ein Prolaktinom, einen gutartigen Tumor aus Drüsengewebe. Nur sehr selten sind bösartige Prolaktinome. Bei Frauen treten Prolaktinome zehnmal häufiger auf als bei Männern. Eine spontane Laktation ist immer abklärungsbedürftig.

Induzierte Laktation wird das gezielte Hervorrufen der Milchbildung ohne vorangegangene Schwangerschaft genannt. Die Laktation kann bei jeder voll entwickelten Frau unabhängig von einer Schwangerschaft hervorgerufen werden. Schon eine regelmäßig wiederholte mechanische Stimulation der Brustwarzen reicht aus, um den Milchfluss zu aktivieren.

Relaktion bezeichnet im Prinzip das Gleiche wie Induzierte Laktation. Der Begriff wird angewendet bei Frauen, welche den Milchfluss nach einer Stillpause wieder in Gang bringen wollen.

Erotische Laktion bezeichnet man es,wenn die Laktation überwiegend aus erotischen / sexuellen Gründen induziert oder aufrechterhalten wird.


Schematischer Querschnitt durch die weibliche Brust (Mamma):
1.Brustkorb 2. großer Brustmuskel 3. Brustdrüse 4. Brustwarze 5. Warzenhof 6. Milchgänge 7. Fettgewebe 8. Haut
Urheber: Patrick J. Lynch, medical illustrator


Diverse Studien haben gezeigt, daß Laktation positive gesundheitliche Wirkung auf die laktierende Frau hat. So kann Laktation das Brustkrebsrisiko (Mammakarzinom) signifikant senken und scheint auch anderen Krankheiten wie Infektionen, rheumatoider Arthritis oder Diabetes-Typ II vorzubeugen. Einzelne Studien sprechen auch von der Risikosenkung gegen Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) und Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom).
Laktation darf nicht verwechselt werden mit Laktat (Milchsäure, welche im Kreislauf bei intensiver körperlicher Belastung entsteht). Auch ein Laktat-Test bzw. die hieraus sich ergebenden Laktat-Werte beziehen sich auf die Milchsäure und nicht auf die Laktation.

 

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